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2026-01-29 16:32:01, Jamal

“I truly enjoyed every moment I spent reading this. It was an experience I didn't want to end. I'd love to know - what inspired you to write such a phenomenal story? And do you have a trailer that showcases this masterpiece? I'd love to see it!” Macyunusexp on Wattpad 

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„Wenn zwei gegensätzliche Standpunkte mit gleicher Vehemenz verteidigt werden, liegt die Wahrheit nicht zwangsläufig in der Mitte. Eine Seite kann schlichtweg falsch liegen.“ Richard Dawkins

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„Das unkontrollierte Selbst ist die Quelle allen persönlichen Leidens und Elends. Kontrolliere das Selbst, und du kontrollierst die Welt.“ James Keating

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„Die Welt füllt sich fortwährend mit Entitäten, die gut überleben können, und befreit sich von jenen, die es nicht können“, sagt Richard Dawkins. Gesellschaften sind Gemeinschaften von Informationsträgern. Sie überleben nur so lange, wie sie die Kraft zur Veränderung besitzen. In der Zwischenzeit des Überlebens ist Wandel die einzige Konstante.

Buschcamp – Das Afrikanische Abenteuer

Wir schlugen unser Camp am Rand einer Senke auf. Die Hitze ließ kaum nach, der Boden glühte. Im letzten Licht flirrte der Staub wie Gold. Akazien krallten sich in den Boden, ihre Schatten wirkten wie Schriftzeichen.

Es war mein erstes afrikanisches Buschcamp. Unter Samuels Führung errichteten wir einen Windschutz aus Steinen. Er entfachte ein Feuer; grillte Fisch, Maisfladen, Maniok. Der Rauch hing schwer und süß in der Luft.

Wir zogen uns zurück. Du hattest es eilig, mich zu berühren, nach Stunden der Zurückhaltung. Ich gab dir die Brust, du warst wie ein Verdurstender.

„Du riechst nach Zuhause“, hätte ich gern gesagt, obwohl wir noch gar kein gemeinsames Zuhause hatten.

Ich kam leise, um die wilde Nacht nicht zu stören. Du holtest mich zurück, mit kaum mehr als einer Hand auf meinem unteren Rücken. Von Anfang an war das das Besondere: wie wenig du brauchtest, um mich einzunehmen.

Später lag ich auf dem Bauch und spürte den Atem des Landes. Wie sehr ich dir gefiel.  

Die Ereignisse der Nacht - deine Stirn an meiner.

Gerade sehe ich dich in einer Shebeen. So nennt man in Südafrika nicht lizenzierte Kneipen. Vom Staub blinde Fenster. Ein Billardtisch mit verrottetem Filz, das Kreidequietschen auf dem Queue. Ein altes Radio auf einem mannshohen Kühler.

Dann waren wir wieder unterwegs. Nach Stunden gleichförmiger Weite hielten wir an einer Tankstelle, die diesen Namen nicht verdiente. Ein Betonquader, ein einzelner, trocken gefallener Zapfhahn. Ein übler Geruchsmix aus Diesel und Chlor und Müdigkeit. Die Toilette war ein Raum ohne Tür. Der Boden nass. Ich stellte keine Fragen.

„Hab Schlimmeres gesehen“, sagte Samuel.

Im Schatten saß ein Greis auf einem Plastikstuhl und bewachte ein paar Säcke. Er sah uns an, ohne Neugier, ohne Urteil. Als wären wir nur eine weitere Erscheinung in einem langen, staubigen Nachmittag.

Die Straße existierte bloß als Idee. Wir folgten einer roten Staubspur, die sich in der flimmernden Hitze verlor. Rechts und links Termitenhügel.   

Ich überspringe ein Dutzend absurder Momente. Schließlich hielten wir am Rand einer bewaldeten Senke. Im Schein der letzten Sonnenstrahlen flirrte der rostrote Staub wie Gold. Die Vegetation besiedelte an dieser Stelle eine schalenförmige Vertiefung, dem Landschaftsrelief eingeprägt, als hätte da ein Riese vorzeitlich geruht. Ich nahm den Raum wahr als geheimen Speicher der Wildnis. In Mulden wuchsen Kameldornakazien. Ihre Äste spreizten sich theatralisch. Mit Hilfe meines Bestimmungsbuchs identifizierte ich Buschinseln aus Schwarzdorn und Sicklebush. Shepherd’s Trees standen vereinzelt. Dazwischen Stipagrostis-Gras, scharfkantig und strohfarben. Vereinzelt Mopane. Ich fotografierte die Arten und dachte mir Formulierungen für mein Reisetagebuch aus.