MenuMENU

zurück

2026-02-06 17:15:39, Jamal

„Ja, du hast diese magische Wortqualitäten und lässt einen ganz wundervoll sinnlich reisen. Es liegt am Typ Frau, wohin jede mit so einem Zauber gehen möchte, das Feld ist groß in der Welt der Imagination, ob erotisch oder ganz konkret. Alles zieht seine Kreise, manche Bahnen liegen näher beieinander als andere.“ M.

*

„Dieses ganze Kapitel ist wie eine Einwahl in die magische Datenautobahn,die ganze Kraft der Signale, der ganze Stolz, wieder mein. Nur meinem Meisterwürde ich wie ein Kätzchen die Hand lecken und schnurren... ganz zahm ... Ein sehr erregender Part. Ich denke, ich muss hier eine kleine Lesepause einlegen.“ Christine Zarrath

„Narratives Denken bietet einen echten Überlebensvorteil.“ Fritz Breithaupt

*

„(Der Kirschgarten) war Tschechows letztes Meisterwerk, eine Feier des Lebens, während er selbst an Tuberkulose starb.“ Kristina Gorcheva-Newberry

*

C.Z.: „Mein liebster Leser, wo bist du? Ich vermisse dein Interesse an meinem Hintern. Schläfst du? Wenn ja, hoffe ich, dass du von mir träumst.“

Leser: „Ich bin hier und lese gerade den Satz, den du Goya geschrieben hast: ‚Ich möchte mich mit dir in den Chimären verlieren, die wir erschaffen haben.' Kannst du das nicht auch zu mir sagen?“

Stunden später ...

C.Z.: „Es tut mir so leid, dass ich dich so lange warten ließ, aber ich hatte gerade ein Gespräch mit einem weltweit tätigen Literaturagenten, der mich unbedingt vertreten möchte. Bis jetzt war ich ein literarisches Mauerblümchen und jetzt sagen Leute, die Bescheid wissen, dass ich nicht nur im echten Leben eine Fleischfresserin bin.“

Erotische Nebelwelt

Ein halbes Jahrhundert nach Erasmus von Rotterdams Tod entreißt Cornelis de Houtman (1565 - 1599) den Portugiesen das ostindische Pfeffermonopol und macht Bantam auf Java zum ersten niederländischen Stützpunkt in Indonesien. Im Gefecht verliert er zwei Schiffe und fast alle Matrosen. Eine Bucht heißt seitdem „Friedhof der Holländer“. Sandra Langereis beginnt ihre Erasmus-Biografie mit der Schilderung einer Expedition, die 1598 im Hafen von Goeree-Overflakkee ihren Anfang nimmt. Die Autorin beschwört den „protestantischen Unternehmergeist (und) evangelischen Optimismus“ Rotterdamer Sklaven- und Gewürzhändler. Sie vertrauen ihre Investitionen Admiral Jacques Mahu (1564 - 1598) an.

Am 27. Juni 1598 sticht Mahu mit fünf Schiffen und knapp fünfhundert Mann Besatzung in See. Das ist der Auftakt eines einzigen Desasters. Mahu fährt auf der in „De Liefde“ umgetauften „Erasmus“.

„Schon damals diente der Eurostar unter den Gelehrten mit seinem Namen als Galionsfigur des Epochalen“, schreibt Nana. Sie trägt eine Robe à la française aus schwarzviolettem Atlas - mit Watteau-Falten, die das Rokoko zitieren. Das Gewand war in seiner ursprünglichsten Gestalt ein Déshabillé, ein Gegenstand häuslicher Vexierspiele, und wirkt nun als textiles Zeichen für jene, denen Raffinesse unentbehrlich ist. Einst gestattete es der Frau, sich ohne Einschnürungen zu zeigen. Jeder informierte Liebhaber historischer Kostüme erkennt den frivolen Charakter, das Anspielungsreiche. So ein Kleid besitzt den Signalcharakter eines Kropfbandes mit gewissen Applikationen. Es funktioniert wie ein Lackmustest. Wer adäquat darauf reagiert, bringt bestimmte Eigenschaften mit. Der weite Horizont seiner Erwartungen verspricht ein helles Vergnügen, eine erotische Heiterkeit.

Ned verkörpert den Major Player auf der Ideallinie. Er ist zweiunddreißig, akademisch nobilitiert, wohlhabend von Geburt, sportlich, fruchtbar und noch kinderlos. Der Philologe ist jedenfalls auch Spezialist für Bioluminiszenz. Er züchtet leuchtende Mäuse.

Das Spiel beginnt an ihrem Uni-Schreibtisch. Es riecht nach altem Gemäuer. Generationen von Pfeife rauchenden Professoren haben ihre Marken nachhaltig abgesetzt. Ned gewährt Nana das Vergnügen seitenlanger Passagen, die über ein Detail nicht hinausgehen. Die erotischen Exerzitien sind zugleich psychologische Studien. In Nanas Aufzeichnungen findet sich die Erkenntnis: Die sozialen Konturen eines Mannes unterbrechen meine Erregungslinien. Stets weiß ich vorher, über einen bestimmten Punkt komme ich nicht hinaus und die Hälfte der Lust ist Eigenleistung.

Nana entzieht sich Ned in eine erotische Nebelwelt. Plötzlich bricht die Wolkendecke ihrer Betrübnis auf und sie fühlt sich von der Lust getroffen wie von einem Schlag, dessen Wirkung sich in Schockwellen ausbreitet.