Turning Danger into Performance – Stille Kommunionen der Lust in irgendwelchen abgefuckten Hotelzimmern
Es gab royale Ludwigs, die so arm waren, dass sie ihre Pisspott-Schwenker anpumpten.
Was ließ sie verarmen?
Leute, die ihnen die Lebensbänder zu verkürzen die Muse besaßen. Jesus war gerade erst auferstanden, als Pariser sich gegen Römer zur Wehr setzen mussten. Die Römer stellten ihre Überlegenheit aus, indem sie an der Seine ein Theater eröffneten. Auf einem Broadway der Antike vollzog sich die Romanisierung der Kelten. Ab 465 bespielten Merowinger unter Childerich I. und Chlodwig I. die Freilichtbühne mit Thermalbetrieb. Die Einheizer der Karoliner Renaissance machten Paris zur Hauptstadt. Die Franken bekamen es mit Dänen zu tun, denen sie sich auf den Umwegen von Niederlagen, Arrangements, überlebten Seuchen, verweigerten Schlüsselübergaben, erbrachten Tributzahlungen und Intrigen immerhin so weit zu erwehren wussten, dass Paris keine skandinavische Herrschaft erlebte. Bedenkt man, wie erfolgreich Wikinger als Vernichter bestehender Machtverhältnisse waren, dann bleibt es bemerkenswert, dass ihre konzeptionelle Doppelaxt, Handel, wo möglich, Raub, wo nötig (oder umgekehrt), vor Paris nicht verfing. Sie etablierten sich in der Gegend und mauserten sich normannisch.
Virgil erzählt
Alisa und ich spazieren nachts in Auen der Eder. Mein Wortschöpfungssinn verhakt sich im alten „au“. Das ausgesuchte Fremdwort „alluvial“ (angeschwemmt) entspricht dem französischen alluviale wie in forêt alluviale - Au(en)wald. Solistisch genieße ich einen kurzen phonetischen Rausch. Alisa spürt, dass ich etwas für mich behalte. Sie fühlt sich ausgeschlossen, da ich meine Gedanken fünf Minuten für mich behalten habe. Für Alisa ist das wie Fremdgehen. Manchmal provoziere ich ihre Liebesentschlossenheit. Ich schließe sie in meine Arme und küsse sie, bis sie zurücksinkt in die Vertrautheit und sie wieder weich wird. Ihr Liebreiz ist eine Macht. Im nächsten Augenblick ist meine Lust da. Ich habe das nie bei einer anderen Frau erlebt.
*
Lieber T., das ist deine Textvorgabe: „Und ich sehe die beiden in ihrem Schlafzimmer, wie sie sich gerade gegenseitig langsam entkleiden.“
Zur Erklärung – N. und ich geben uns gegenseitige Hausaufgaben auf. Wir verbessern uns gegenseitig in Schilderungen erotischer Szenen. Ich entnehme Alisa und Vergil der Landschaft und setze die beide in Virgils Schlafzimmer.
Meine Hausaufgabe: Sie folgen einer Choreografie, die sich ihnen freundlich vorschreibt. Sie erleben keinen Zwang und doch sind sie außer sich in geschwisterlicher Fassungslosigkeit. Alisa weiß, dass er möchte, dass sie ihren Slip auszieht, nicht aber (noch nicht) den BH. Woher weiß sie das? Alisa spürt seine Hände auf ihrem Busen. Er enthüllt ihn. Alisa fühlt ihren Busen auf der Waage seiner Hände. Virgil leckt ihre Knospen. Sie nährt seine Lust, indem sie seinen Hals leckt und sein Glied in die Hand nimmt. Ganz einfach. Da dringt er mit einem Finger in sie ein. Sie unterdrückt ein Aufstöhnen. Ihre Muskeln schließen sich gierig. Sie ringt nach Luft und verlangt innerlich nach mehr ... Sie will sich entladen. Das Becken spannt, die Welle steigt. Kurz vor der Erlösung …
*
N.: Lieber T., dein Dank kommt bei mir an. Ich spüre ihn, als würdest du ihn mit deinem Körper aussprechen. Alisa und Virgil knien voreinander und schauen sich in die Augen. Sie küssen sich zärtlich und leidenschaftlich und haben beide die schönsten Gefühle. Heimlich hat sich Alisa das Bild von sich angeguckt, das Virgil überallhin begleitet. Sie entzückt eine Phantasie rund um stille Kommunionen in irgendwelchen Hotelzimmern. Sie wäre so gern dabei, wenn er es sich macht. Sie möchte sich von hinten an ihn schmiegen und ihn umarmen, während er mit ihrem Bild vor Augen onaniert.
T.: Liebe N., die Fähigkeiten von Virgil sind so phänomenal, dass Alisa im Training rasch Fortschritte macht. Sie versenkt sich in ihrem Übungsstand. Er bringt sie mit heiligem Ernst weiter und lässt nie nach in diesem Bestreben, aber außerdem ist er sanft-leidenschaftlich, humorvoll und einzigartig intelligent. Wenn sie mit ihm gemeinsam das Luftbuchstabenreich betritt, ist es wie Heimkommen im Sprachschloss. „Erzähl mir noch mehr von dir“, bittet sie ihn. Alisas noch nasses Haar tropft auf sein Hemd, Spuren rinnen weiter, während er sie leidenschaftlich küsst und die Lustwellen sich bereits in ihrem Körper ausbreiten.
Alisa erzählt
Wir machten Wanderferien. Über dem Pensionsbett schwebte ein Schwalbenkasten, eine solide Arbeit, die von handwerklicher Genugtuung erzählte. Mich erinnerte die Absurdität an eine Erzählung, die mir als Junge das Einschlafen schwer gemacht hatte. Sie handelt von einem christlichen Geistlichen, der in orientalische Gefangenschaft gerät. Man trennt ihn von seiner Zunge und legt einen Stein auf die Wunde. Der Mann verfällt dem Wahnsinn, aber die Wunde heilt. Man hält ihn in einer Grube, ab und zu wird er an einem Strick herumgeführt. Seine Entführer führen ein Höhlendasein. Es gedeiht kaum eine Distel in ihrem Karst. Sie halten Ziegen, denen es besser geht als den Sklaven, die sich um die Ziegen kümmern müssen. Eines Nachts zitiert man den Gefangenen zu einer religiösen Höhlenveranstaltung. Er bemerkt an den Wänden Zeichnungen, die ein wasserreiches Leben mit Krokodilen und Stelzvögeln dokumentieren. Der Held erlebt bei der Zeremonie eine Verwandlung, die ihn zum stummen Austräger einer frohen Botschaft macht.
Eine exotische Herkunft bewahrt den Christen vor dem Schicksal eines Ziegenhirten ohne Menschenrechte. Man kann sich das Leben der Nutzsklaven gar nicht trist genug vorstellen. Die Gemeinschaft demütigt sie. Manchmal werden sie von morgens bis abends erniedrigt. Das ist wie Fernsehen für die Herrenmenschen. Es gibt so gut wie nichts zu tun. Die Männer hocken im Schatten, masturbieren ihre Vorderlader und gucken dem Nachwuchs zu, wie er Sklaven quält. Die Freien haben keine anderen Funktionen als zu zeugen und zu töten.
Ich erzähle dir die Geschichte, sie stammt von Camus, du gruselst dich und steckst dir die Finger in die Ohren, aber ich rede weiter und probiere dabei meine Stimmen aus. Du verkriechst dich in dem fremden Federbett, ich soll dir in die blütenweiße Unterwelt folgen.
Ins Off gesprochen
Gleichzeitig mit seinem Eindringen in mein Lustzentrum drängt seine Zunge in meinen Mund. Ich stöhne in seine Mundhöhle, er liebt das; während seine andere Hand stimulierenden Druck auf meinen unteren Rücken ausübt, bevor sie zu meinem Hintern zurückkehrt wie ein Tierchen zu seinem Lieblingsplatz. Ich komme in einer aufrauschenden Welle und bin sofort wieder bereit und empfänglich.