Muscle tension overwrites your intention.
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„Dein Verstand lügt. Deine Philosophie lügt. Deine Gefühle lügen genauso wie deine Ansichten. Nur dein Nervensystem lügt nicht.“ Adam Mizner
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Flow entsteht, wenn das bewusste Kontrollsystem vorübergehend in den Hintergrund tritt und das Gehirn auf automatisierte Fähigkeiten zurückgreift.
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Die Atmung ist die einzige autonome Funktion, die wir bewusst steuern können. Eine verlängerte Ausatmung aktiviert direkt den Vagusnerv (den Parasympathikus).
Erkenntnisse aus der Kognitions- und Neurowissenschaft liefern Erklärungen für das Flow-Erleben. Unterschieden wird zwischen expliziter und impliziter Informationsverarbeitung, um die mühelose Verarbeitung von Informationen im Flow-Zustand zu erklären. Das explizite System ist mit höheren kognitiven Funktionen des Frontallappens sowie Strukturen des medialen Temporallappens verbunden. Es unterstützt Bewusstseinsprozesse und dient der kognitiven Flexibilität. Das implizite System ist für automatisierte, fertigkeitsbasierte Handlungen verantwortlich. Sein größter Vorteil liegt in der schnellen und ressourcenschonenden Nutzung erlernter Fähigkeiten.
Der Flow-Zustand entspricht einer Phase, in der Fertigkeiten, die im impliziten Gedächtnis verankert sind, ohne störende Eingriffe des expliziten Systems ausgeführt werden. Zentral dafür ist eine vorübergehende Verringerung der Aktivität im Frontallappen. Man spricht von transienter Hypofrontalität. Das bedeutet verminderte Aktivität des Frontallappens. Analytische und metakognitive Prozesse werden reduziert, sodass automatisierte Handlungsabläufe ungestört ablaufen können. Sportliche Höchstleistungen, literarisches Schreiben und Jazz-Improvisationen liegen auf einer Flow-Linie.
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Myokine sind gesundheitsfördernde Botenstoffe, die bei Muskelbewegung freigesetzt werden. Sie stärken das Gehirn, optimieren den Stoffwechsel und wirken als hocheffektive Krebsprophylaxe, indem sie das Wachstum von Tumorzellen direkt hemmen und das Immunsystem bei der Krebsabwehr aktivieren.
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Das Nervensystem reagiert zwar biologisch echt, seine Reaktionen sind aber nicht automatisch fehlerfrei. Das Phänomen nennt man gestörte Neurozeption. Das Nervensystem arbeitet oft mit veralteten oder fehlerhaften Programmierungen. Erfahrungen kalibrieren das Nervensystem. Schlägt das Nervensystem bei völliger Sicherheit Alarm, ist der Alarm als körperliche Reaktion real, die Gefahr im Hier und Jetzt jedoch nicht. Das Nervensystem ist der ultimative Detektor für unsere innere Realität, weil es evolutionär älter und schneller ist als Kognition. Während wir Argumente vorschieben und uns selbst einreden können, dass alles gut ist, reagiert die Biologie autonom. Die Unmittelbarkeit zeigt sich in Funktionen wie Herzfrequenz, Pupillenweitung, Muskeltonus oder dem Zittern der Stimme. Wir können uns nicht einreden, entspannt zu sein. Das Nervensystem entscheidet auf der Basis biologischer Marker, ob es in Kampf, Flucht oder Erstarrung kollabiert – oder ob es in der Konsequenz technischer Überlegenheit, Kontraintuition und struktureller Dominanz im Zustand des unfragmentiert-rauschhaften Flows bleibt.
Kognitive Modulation statt reflexhafter Schutzspannung – Zwischen Tauch- und Beugereflex – Wie wir unser Nervensystem gezielt regulieren können
Unser Nervensystem ist ein Archiv der Evolution. Die beiden Reflexe stammen aus unterschiedlichen Epochen unserer Entwicklung. Der Beugereflex (Flexionsreflex) ist einer der ältesten Wirbeltierreflexe. Er wird primär vom Rückenmark und den stammesgeschichtlich alten Hirnarealen (Reptiliengehirn) gesteuert. Seine Aufgabe ist der Schutz verletzlicher Weichteile (Kehle, Bauch, Genitalien) vor einem physischen Angreifer. Da die Evolution keine Trennung zwischen psychischem Stress und physischer Gefahr kennt, feuert dieser Reflex heute bei jeder Gelegenheit. Die Folge ist eine chronisch verkürzte vordere Faszienkette. Mammalian Dive Response (Tauchreflex) entwickelte sich in den ersten Säugetieren (Mammalia), die ins Wasser zurückkehrten (wie Wale und Robben). Er ist ein genialer energetischer Sparmodus. Sobald die Rezeptoren des Nervus trigeminus im Gesicht Kälte und Nässe spüren, priorisiert der Körper das Überleben. Er drosselt den Sauerstoffverbrauch des Herzens um bis zu 25 % und verschiebt das Blut in die lebenswichtigen Organe (Blood Shift). Für das gestresste Nervensystem wirkt das wie ein biologischer Reset-Knopf, der das sympathische Feuern sofort unterbricht.
Das Gehirn nimmt Muskelspannung wahr und denkt: Oh, wir spannen an, also muss hier Gefahr sein! Es entsteht eine Rückkopplungsschleife aus Angst und Spannung. Beim Somatic Tracking fokussierst du deine Aufmerksamkeit auf die physische Empfindung, nimmst ihr aber die emotionale Bewertung. Sobald das Gehirn lernt, die Empfindung ohne Angst zu scannen, signalisiert es dem Nervensystem, dass die Schutzspannung abgebaut werden kann.
Das Zusammenspiel von Augenbewegungen und dem Beugereflex
Die Verbindung zwischen visueller Wahrnehmung und Muskeltonus ist eine neurobiologische Schnittstelle. Ist der Beugereflex aktiv, verengen sich die Pupillen. Das System scannt starr dieBedrohung. Dieser visuelle Zustand hält den Stress aufrecht. Bewegen wir die Augen bewusst horizontal hin und her, signalisieren wir den oberen Hügeln des Mittelhirns (Colliculi superiores) Sicherheit. Ein Säugetier in akuter Todesangst kann den Blick nicht entspannt schweifen lassen. Das Erweitern des Sehfeldes hebelt den Beugereflex auf visueller Ebene aus und entspannt reflexartig die Nacken- und Schultermuskulatur.
Grob zusammengefasst lässt sich ein Prinzip der Selbstregulation so formulieren: Wir nutzen, was uns Mammalian Dive Response (Tauchreflex) ermöglicht, und vermeiden, was uns der Beugereflex vorschreibt. Mammalian Dive Response gehört zu den stärksten natürlichen Regulationsmechanismen des Körpers. Der Tauchreflex wirkt wie eine biologische Notbremse, die eine eskalierende Stressreaktion parasympathisch unterbricht. Der Beugereflex zieht den Körper zusammen. Er ist eine automatische Antwort auf Bedrohung und erzeugt eine bewegungshemmende Schutzspannung.
Ein zentrales Element der Modulation ist die Undulation. Undulation wirkt der starren Schutzspannung entgegen. Während Angst und Alarm den Körper fixieren und in eine defensive Haltung bringen, erzeugt fließende Bewegung Variabilität. Variabilität identifiziert ein regulierungsfähiges Nervensystem. Ein Organismus, der sich frei und elastisch bewegt, signalisiert sich selbst, dass er über Handlungsmöglichkeiten verfügt und nicht in einer existenziellen Bedrohung gefangen ist.
Sobald ich unduliere, moduliere ich die Schutzspannung. Die Spannung verliert ihren totalitären Charakter.