Turning Danger into Performance – Be Grateful for the Struggle – Objective Rhino
Die Schwarze Kunst des Schreibens
Christoph Konrad Sprengel (1750–1816), einst Direktor der lutherischen Realschule zu Spandau, entdeckte die ideale Beziehung zwischen Blume und Biene in der Konsequenz einer Co-Evolution. Sprengel bemerkte, dass viele der spektakulärsten Orchideen gar keinen Nektar spendieren – die Natur ist eine Ninja-Meisterin der Täuschung. Sprengel: „Ich muss gestehen, dass diese Entdeckung mir keineswegs angenehm war.“
Die Pflanze organisiert ihre Befruchtung, indem sie einnehmend wirkt. Der Fliegen-Ragwurz präsentiert sich als potentielle Partnerin für Grabwespen. Er lädt die Wespe mit Mimikry zur Kopulation ein. Die Täuschung geht so weit, dass Bienenmännchen der Gattung Andrena die entsprechenden Ophrys-Blüten sogar einem Weibchen vorziehen. Man spricht von überoptimalen Attrappen. Die Rede ist ferner von Pseudokopulationen mit fruchtbarem Effekt. Die Orchidee erhält sich so. Joris-Karl Huysmans nahm den Vorgang zum Beispiel für „Pflanzenintelligenz“. Marcel Proust verstand „die von sämtlichen Tollheiten der Vegetation“ hochgejubelte „Königin des Treibhauses“ als Parodistin. In seinem Paris war sie eine Exilantin, die mit dem „falschen Äquator der Ofenheizung“ vorliebnehmen musste. Diana wiegte sich in Goyas Armen. Sie verlangte von ihm nicht mehr als ihrem Verlangen zu genügen. Er zitierte Anne Sexton, die von „bösen Dingen träumte“ und „in der schwarzen Nacht“ umging als ihr eigenes Gespenst. Für sie zählte das Schreiben zur Schwarzen Kunst.
Unmittelbar nach dem 11. September 2001 begannen die Vorbereitung für eine Invasion. Am 29. September traf ein 14-köpfiges Aufklärungsteam in Karshi-Khanabad ein.
Die sowjetische Ära (1954–1992)
Sowjetische Streitkräfte errichteten 1954 den Luftwaffenstützpunkt Karshi-Khanabad. Jahrzehnte spiegelte die Basis die Entwicklung der sowjetischen Jet-Technologie. Sie war der Heimat-Horst für das 735. Jagdfliegerregiment. Geflogen wurden zuerst MiG-15, MiG-17 und die überschallschnelle Suchoi Su-9. Ab 1978: MiG-23M (Flogger). Ab 1984 bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion waren der Bomber Suchoi Su-24 (Fencer) und die Aufklärer Jak-28R und MiG-25RB im Einsatz. Während der sowjetischen Intervention im Afghanistan (1979–1989) wurde Khanabad zum Angriffsairport. Die Sowjets verlegten Fernbomber vom Typ Tupolew Tu-16 dorthin, um von Usbekistan aus Bombenangriffe gegen afghanische Mudschaheddin-Stellungen im Pandschir-Tal zu fliegen.
Camp Stronghold Freedom (2001–2005)
Als das US-Militär im Oktober 2001 im Zuge der Operation Enduring Freedom Khanabad in Augenschein nahm, fanden sie eine heruntergekommene und verseuchte Anlage vor. Hunderte von Soldaten erkrankten im Verlauf der nächsten Jahre an seltenen Krebsarten und Schilddrüsenstörungen. Um rund 7.000 Soldaten unterzubringen, wurde eine Zeltstadt aus dem Boden gestampft. Soldaten des 112th Special Operations Signal Battalion betrieben eine Satellitenstation für die Superhochfrequenz-Kommunikation, Telefonanlagen, sichere Videokonferenzsysteme und mehr als zweihundert Computer. Das 528th Special Operations Support Battalion kümmerte sich um das Weitere – vom Ausheben von Latrinen über die Postverteilung bis zum Aufbau einer Kantine. Das Camp besaß eine enorme logistische Schlagzahl. C-130 Hercules und C-17 Globemaster III landeten und starteten schließlich im Minutentakt, um Spezialkräfte, Treibstoff und Munition zu den vorgeschobenen Basen zu fliegen.
Einzug der Task Force Sword
In der Nacht vom 19. Auf den 20. Oktober stiegen vier MH-47-Chinook-Hubschrauber von der – im Arabischen Meer kreuzenden – USS Kitty Hawk auf. Da die USA zu Beginn des Afghanistan-Krieges kaum nutzbare oder politisch freigegebene Landbasen in der Region besaßen, wurde der 80.000 Tonnen schwere Flugzeugträger in eine schwimmende Operationsbasis für Spezialkräfte verwandelt. Um Platz zu schaffen, war das reguläre Geschwader (F-14 Tomcats, F/A-18 Hornets) ausquartiert worden. Statt der Jets wurden Mitte Oktober im Indischen Ozean rund 1.800 Elitesoldaten (darunter Delta Force, CIA und die Spezialeinheit der Navy SEALs) sowie 20 Hubschrauber des 160th Special Operations Aviation Regiment (Night Stalkers) eingeschifft. Der Clash von regulärer Navy-Besatzung und den beinhart-bärtigen Special-Operators bot Stoff für Legenden.
Das Gefecht am Anwesen von Mullah Omar – Objective Gecko
Die Chinooks transportierten Delta Force (1st Special Forces Operational Detachment-Delta) und Army Rangers (3. Ranger-Bataillon).
Die Delta Force sollte Mullah Omars Anwesen in Kandahar einnehmen. Auf den 9/11-Terrorpaten Mullah Omar war ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Geheimdienste vermuteten ihn in Pakistan und in den Tora-Bora-Bergen. Die Realität wich erheblich von diesen Visionen ab. Als US-Streitkräfte Kandahar im Dezember 2001 einkesselten, übergab Omar die Stadt an seine Kommandeure. Er setzte sich einfach auf ein Moped und passierte unbeanstandet usbekische und amerikanische Kontrollpunkte. Ab 2004 lebte Omar in der Provinz Zabul –weniger als fünf Kilometer von der Militärbasis Forward Operating Base (FOB) Wolverine entfernt. Über 1.000 US-Soldaten und Spezialkräfte waren da stationiert. Omar lebte in einem Safe Place. Er verweigerte jeden Besuch (selbst von seiner Familie) und weigerte sich, das Telefon oder Radio zu benutzen, um nicht geortet zu werden. Einmal durchsuchten US-Soldaten sogar das Haus, in dem er sich aufhielt. Omar versteckte sich hinter einer Geheimwand. Omar erlag im April 2013 einer Tuberkulose-Erkrankung. Die Taliban hielten seinen Tod über zwei Jahre lang geheim, um die Moral ihrer Kämpfer nicht zu gefährden.
Zurück zum Einsatz
Begleitet von schweren Angriffen von AC-130 „Spooky“-Kanonenboote und MH-60L Black Hawks stürmten 91 Delta-Force-Operator das Ziel. Bei der Exfiltration wurde das Kommando von einer Taliban-Truppe überrascht. Die Gotteskrieger setzten auch Panzerfaust-Granaten ein. Es entwickelte sich ein chaotischer Nahkampf. Ein assoziierter Air-Force-Combat-Controller (Fliegerleitoffizier) dirigierte die AC-130-Gunships und Kampfhubschrauber. Während die Delta Force kämpfte, flog die US Army Rangers den massivsten und bildgewaltigsten Angriff dieser Nacht. Ihr Ziel war ein provisorischen Wüstenflugplatz, etwa 160 Kilometer südwestlich von Kandahar. Um exakt 18:45 Uhr UTC sprangen fast 200 Rangers aus vier MC-130 Combat Talon-Transportern ab. Bevor die Rangers den Boden berührten, pflügte ein AC-130-Kanonenboot die Wüste um. Die Rangers landeten im völligen Dunkeln mit Nachtsichtgeräten, sicherten die Landebahn innerhalb von Minuten und errichteten eine Verteidigungslinie. Die Mission erfüllte auch einen psychologischen Zweck. Ein Kamerateam des Pentagons begleitete den Einsatz. Die Aufnahmen der Rangers, die im charakteristischen grünen Nachtsicht-Licht aus den Flugzeugen sprangen, gingen um die Welt. Es war das Signal an die Welt und die Taliban: Die USA können jeden Punkt in Afghanistan jederzeit aus der Luft angreifen. Nachdem die Rangers den Platz gesichert hatten, landeten MC-130-Maschinen auf der Piste, luden die Truppe wieder ein und flogen sie zurück. Der Einsatz am Boden dauerte weniger als fünf Stunden.